Glaube&Gebet #10 - Erkennen

Emmerting Pfarrverband am 24.04.2020

Info Icon Foto: Dieter Schütz / Pixelio

3. Sonntag in der Osterzeit - 26. April 2020

Die Erscheinung Jesu auf dem Weg nach Emmaus

(13) Und sie­he, am glei­chen Tag waren zwei von den Jün­gern auf dem Weg in ein Dorf namens Emma­us, das sech­zig Sta­di­en von Jeru­sa­lem ent­fernt ist. (14) Sie spra­chen mit­ein­an­der über all das, was sich ereig­net hat­te. (15) Und es geschah, wäh­rend sie rede­ten und ihre Gedan­ken aus­tausch­ten, kam Jesus selbst hin­zu und ging mit ihnen. (16) Doch ihre Augen waren gehal­ten, sodass sie ihn nicht erkann­ten. (17) Er frag­te sie: Was sind das für Din­ge, über die ihr auf eurem Weg mit­ein­an­der redet? Da blie­ben sie trau­rig ste­hen (18) und der eine von ihnen – er hieß Kleo­pas – ant­wor­te­te ihm: Bist du so fremd in Jeru­sa­lem, dass du als Ein­zi­ger nicht weißt, was in die­sen Tagen dort gesche­hen ist? (19) Er frag­te sie: Was denn? Sie ant­wor­te­ten ihm: Das mit Jesus aus Naza­ret. Er war ein Pro­phet, mäch­tig in Tat und Wort vor Gott und dem gan­zen Volk. (20) Doch unse­re Hohe­pries­ter und Füh­rer haben ihn zum Tod ver­ur­tei­len und ans Kreuz schla­gen las­sen. (21) Wir aber hat­ten gehofft, dass er der sei, der Isra­el erlö­sen wer­de. Und dazu ist heu­te schon der drit­te Tag, seit­dem das alles gesche­hen ist. (22) Doch auch eini­ge Frau­en aus unse­rem Kreis haben uns in gro­ße Auf­re­gung ver­setzt. Sie waren in der Frü­he beim Grab, (23) fan­den aber sei­nen Leich­nam nicht. Als sie zurück­ka­men, erzähl­ten sie, es sei­en ihnen Engel erschie­nen und hät­ten gesagt, er lebe. (24) Eini­ge von uns gin­gen dann zum Grab und fan­den alles so, wie die Frau­en gesagt hat­ten; ihn selbst aber sahen sie nicht. (25) Da sag­te er zu ihnen: Ihr Unver­stän­di­gen, deren Herz zu trä­ge ist, um alles zu glau­ben, was die Pro­phe­ten gesagt haben. (26) Muss­te nicht der Chris­tus das erlei­den und so in sei­ne Herr­lich­keit gelan­gen? (27) Und er leg­te ihnen dar, aus­ge­hend von Mose und allen Pro­phe­ten, was in der gesam­ten Schrift über ihn geschrie­ben steht. (28) So erreich­ten sie das Dorf, zu dem sie unter­wegs waren. Jesus tat, als wol­le er wei­ter­ge­hen, (29) aber sie dräng­ten ihn und sag­ten: Blei­be bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hin­ein, um bei ihnen zu blei­ben. (30) Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lob­preis, brach es und gab es ihnen. (31) Da wur­den ihre Augen auf­ge­tan und sie erkann­ten ihn; und er ent­schwand ihren Bli­cken. (32) Und sie sag­ten zuein­an­der: Brann­te nicht unser Herz in uns, als er unter­wegs mit uns rede­te und uns den Sinn der Schrif­ten eröff­ne­te? (33) Noch in der­sel­ben Stun­de bra­chen sie auf und kehr­ten nach Jeru­sa­lem zurück und sie fan­den die Elf und die mit ihnen ver­sam­melt waren. (34) Die­se sag­ten: Der Herr ist wirk­lich auf­er­stan­den und ist dem Simon erschie­nen. (35) Da erzähl­ten auch sie, was sie unter­wegs erlebt und wie sie ihn erkannt hat­ten, als er das Brot brach.

Lukas 24,13−35

Meditative Gedanken

Sie ist eine mei­ner liebs­ten Stel­len in der Bibel, die Erfah­rung der Emma­us­jün­ger, die ent­täuscht und frus­triert nach dem Opfer­tod Jesu auf dem Weg nach Emma­us sind. Nein, sie wis­sen noch nicht, dass er bereits Ande­ren erschie­nen ist, sie wis­sen noch nichts von der Grö­ße der Bot­schaft, die sich auf dem Weg für sie eröff­nen wird. Als ihnen ein Frem­der begeg­net, erken­nen sie in ihm Chris­tus nicht. Sie erken­nen in ihrer Trau­er nicht, dass er sich auch ihnen offen­ba­ren will. 

Die Jün­ger erzäh­len ihm von den Gescheh­nis­sen in Jeru­sa­lem und wun­dern sich, dass er nichts dar­über gehört hat. Gemein­sam machen sie sich mit ihm auf den Weg, er legt ihnen die Schrif­ten aus und sie bekom­men wie­der Zuver­sicht. Ein klei­ner Fun­ke brennt in ihnen, und sie laden den Frem­den ein zu bleiben. 

Sie erken­nen ihn als Chris­tus erst, als ER mit ihnen isst und trinkt, das Brot bricht – Eucha­ris­tie fei­ert. Sie begrei­fen nun wahr­haf­tig, dass er es ist, dass die Bot­schaft vom Heil der Welt nicht mit dem Kreu­zes­tod zu Ende ist, dass sie kei­ner Ideo­lo­gie gefolgt sind, son­dern der tiefs­ten Wahr­heit ihres Daseins: Alle sind in Chris­tus eins gewor­den, alle haben die Chan­ce, durch ihn in Gott ver­bun­den zu sein und sich in der christ­li­chen Nach­fol­ge auf den Weg zu machen. Zu allen Zei­ten, in allen Lebens­la­gen – pil­gernd, suchend, hof­fend, trau­ernd, fra­gend. Es gibt vie­le Wege, sich Gott zuzuwenden. 

Die fro­he Bot­schaft im Emma­us­evan­ge­li­um ermu­tigt alle, die sie hören, im Tod Jesu nicht das Ende zu sehen, son­dern in sei­ner Auf­er­ste­hung die Wahr­heit, die alle Erwar­tun­gen über­steigt. Solan­ge wir – wie die Emma­us­jün­ger – unter­wegs sind auf ver­schie­de­nen Wegen, mit unter­schied­li­chen Gefüh­len und Erwar­tun­gen, solan­ge geht der Auf­er­stan­de­ne mit uns.

Bri­git­ta Schelt­hoff, Gemein­de­re­fe­ren­tin in der GdG Hückel­ho­ven, Bis­tum Aachen

Fürbitten

In Zei­ten der Kri­se sind auch wir manch­mal wie mit Blind­heit geschla­gen. Wir wol­len unse­re Augen öff­nen für die Men­schen in Not und sie dem Gott des Lebens anvertrauen:

  1. Für die an Covid19 Erkrank­ten und für die­je­ni­gen, die um ihr Leben kämp­fen. Für alle, die in Medi­zin und Pfle­ge tätig sind.
  2. Für For­sche­rin­nen und For­scher und alle, die Ent­schei­dun­gen tref­fen müs­sen in Poli­tik, Ver­wal­tung und Unternehmensleitungen.
  3. Für alle, die wei­ter­ar­bei­ten im Ein­satz für ande­re. Für alle, die die Arbeit wie­der auf­neh­men kön­nen. Für alle, die wei­ter­hin von Beschrän­kun­gen exis­ten­zi­ell betrof­fen sind. Für die Feu­er­wehr-Män­ner und ‑Frau­en, die bei Tscher­no­byl und anders­wo Moor- und Wald­brän­de bekämpfen.
  4. Für die Abitu­ri­en­tin­nen und Abitu­ri­en­ten und für alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die wie­der zur Schu­le gehen kön­nen. Für alle, für die wei­ter­hin nur Home­schoo­ling mög­lich ist.
  5. Für die Erkrank­ten und die von Coro­na Betrof­fe­nen in Län­dern mit man­geln­der staat­li­cher Hil­fe. Für Men­schen auf der Flucht oder in über­füll­ten Lagern.
  6. Für die Besorg­ten und für die Sorg­lo­sen, für die Unge­dul­di­gen und für die Mah­ne­rin­nen und Mah­ner, für die Über­for­der­ten und für die Gelang­weil­ten. Für Nor­bert Blüm und alle, die um ihn trauern.
  7. Für die Ein­sa­men, für alle, die Nähe ver­mis­sen, für alle, die nicht wagen, um Hil­fe zu bit­ten. Für alle, die Beglei­tung und Bei­stand bie­ten – so, wie es mög­lich ist.

Du, unser Gott, hast Jesus Chris­tus ins neue Leben geführt; beglei­te auch uns in aller Not und Bedräng­nis und lass uns das neue Leben erfah­ren, das du uns schen­ken willst, heu­te und in dei­ner Ewig­keit. Amen.

Tho­mas Kös­ter, Bochum

Weitere Nachrichten

06.09.2025

Anmeldung Firmung 2026

Jetzt anmelden für die Firmung 2026

09.09.2024

Anmeldung Firmung 2025

Jetzt anmelden für die Firmung 2025