Glaube&Gebet #22 - Mut zum Bekenntnis

Emmerting Pfarrverband am 20.06.2020

Info Icon RainerSturm / pixelio.de

Meditation zum 12. Sonntag im Jahreskreis - 21. Juni 2020

(26) Dar­um fürch­tet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist ver­hüllt, was nicht ent­hüllt wird, und nichts ist ver­bor­gen, was nicht bekannt wird. (27) Was ich euch im Dun­keln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüs­tert, das ver­kün­det auf den Dächern! (28) Fürch­tet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die See­le aber nicht töten kön­nen, son­dern fürch­tet euch eher vor dem, der See­le und Leib in der Höl­le ver­der­ben kann! (29) Ver­kauft man nicht zwei Spat­zen für einen Pfen­nig? Und doch fällt kei­ner von ihnen zur Erde ohne den Wil­len eures Vaters. (30) Bei euch aber sind sogar die Haa­re auf dem Kopf alle gezählt. (31) Fürch­tet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als vie­le Spat­zen. (32) Jeder, der sich vor den Men­schen zu mir bekennt, zu dem wer­de auch ich mich vor mei­nem Vater im Him­mel beken­nen. (33) Wer mich aber vor den Men­schen ver­leug­net, den wer­de auch ich vor mei­nem Vater im Him­mel verleugnen.

Mat­thä­us 10,26−33

Meditative Gedanken

Kla­ra Weiß­be­scheid ist die ​„Zei­tung“ vom Neu­erweg, höre ich immer wie­der mal in der Nach­bar­schaft. Willst du die letz­ten Neu­ig­kei­ten aus der Sied­lung wis­sen, brauchst du sie nur anzu­spre­chen. Sie ist immer auf dem neu­es­ten Stand.

„Was man euch ins Ohr flüs­tert, das ver­kün­det von den Dächern.“

Na, da macht Kla­ra Weiß­be­scheid doch alles rich­tig, oder? Sie erzählt bereit­wil­lig, plau­dert alles aus, behält nichts für sich. Wirk­lich? Darf ich wei­ter­erzäh­len, wovon mir jemand im Ver­trau­en berich­tet hat? Muss ich jede Neu­ig­keit wei­ter­ver­brei­ten? Sicher nicht! Wor­um geht es Jesus? 

Jesus ermu­tigt zu furcht­lo­sem und frei­mü­ti­gem Bekennt­nis, nicht zu Tratsch und Klatsch. Er beschwört sei­ne Zuhö­rer: ​„Fürch­tet euch nicht! Habt kei­ne Angst!“ Wenn Herr Mey­er mit Frau Mül­ler ein Tech­tel­mech­tel beginnt, ist das eine oft begehr­te Neu­ig­keit. Wenn sich aber jemand zu Gott und sei­nen Gebo­ten oder zu sei­ner Kir­che bekennt, dann kann es gesche­hen, dass er belä­chelt wird oder läs­tig fällt. Zum Glau­ben zu ste­hen, erfor­dert oft genug Mut, elb­st bei uns in Deutsch­land, wo es nicht um Leib und Leben geht. 

Jesus for­dert mich auf: Sprich frei­mü­tig davon, was dir Gott bedeu­tet. Tritt für dei­ne Über­zeu­gun­gen ein. Du kannst sicher sein: Gott ist dir nah, er weiß, wie es um dich steht. Lass dich nicht dazu ver­füh­ren, den Mund zu hal­ten oder zu kuschen, wenn du spürst: Hier kommt es auf mich an. Hier muss ich mei­ne Mei­nung sagen. Ich muss jeman­den schüt­zen, zu jeman­dem ste­hen. Jetzt muss ich ver­ant­wort­lich han­deln. Ich darf kei­nen Hehl aus mei­ner Über­zeu­gung und mei­nem Glau­ben machen. Du wür­dest dein Leben ver­feh­len. Du könn­test dei­ne Selbst­ach­tung ver­lie­ren. Du wärst nicht mehr du selber. 

Dass Got­tes Wahr­heit offen­bar wird, hat auch mit mir zu tun. Wer weiß, viel­leicht bin ich die ein­zi­ge Bibel, die man­che Leu­te lesen. Das zumin­dest hat mir mei­ne Cou­si­ne vor lan­gen Jah­ren ins Poe­sie­al­bum geschrie­ben: ​„Gib acht, wie du lebst. Du bist viel­leicht die ein­zi­ge Bibel, die man­che Leu­te lesen.“ Fas­zi­niert hat mich die­ser Satz von Anfang an, aber ver­ste­hen (und leben) kann ich ihn nur allmählich.

Bri­git­te Schmitz, Gemein­de­re­fe­ren­tin Bis­tum Aachen

Fürbitten

Nichts geschieht ohne den Wil­len des himm­li­schen Vaters. Mit die­ser Zusa­ge stärkt Jesus sei­ne Jün­ge­rin­nen und Jün­ger. In die­sem Glau­ben und Ver­trau­en brin­gen auch wir unse­re Bit­ten vor Gott:

  1. Wir beten für die Men­schen, die Zivil­cou­ra­ge zei­gen. Für alle, die wider­spre­chen, wenn die Rech­te ihrer Mit­men­schen bedroht wer­den. Für alle, die Angst vor Angrif­fen und vor Ver­leum­dung haben.
  2. Beten wir für die Schwar­zen Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger und für alle, die in ihrem All­tag ras­sis­tisch belei­digt wer­den. Die nicht mehr gefragt wer­den wol­len, woher sie – eigent­lich – kom­men. Wir beten auch für die Men­schen, die in ihnen immer noch Frem­de sehen.
  3. Wir den­ken an die Frau­en, Män­ner und Jugend­li­chen, die mit der Coro­na-App und tech­ni­schen Maß­nah­men sich und ande­re gegen Coro­na schüt­zen. Wir beten für alle, die kei­nen Zugang zu sol­chen digi­ta­len Lösun­gen haben und auch des­we­gen auf Unter­stüt­zung ange­wie­sen sind.
  4. Wir beten für die Men­schen, die Coro­na und sei­ne Fol­gen in die Armut trei­ben. Für Män­ner und Frau­en, die ihre Arbeit ver­lo­ren haben, für Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer, die ihren Betrieb auf­ge­ben muss­ten; und für alle, die an ihrer schwie­ri­gen Lage zu ver­zwei­feln drohen.
  5. Wir beten für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der fran­zö­si­schen Stadt Dijon, hin­ter denen eine Woche vol­ler Unru­hen und Gewalt liegt. Für die Sicher­heits­kräf­te, die Poli­ti­ker und alle im gan­zen Land, die sich für eine Beru­hi­gung der Lage ein­ge­setzt haben.
  6. Wir beten für die Frie­dens­for­sche­rin­nen und Friedensforscher.
    Für alle, die die Ursa­chen von Kon­flik­ten und Krie­gen bes­ser zu ver­ste­hen hel­fen, damit Frie­de wer­den kann. Beten wir für die Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker, die sich von ihnen bera­ten lassen.

Nichts berei­te uns Furcht, nichts berei­te uns Sor­ge. Denn du, Gott, allein genügst. Dir sei Lob und Preis in Ewig­keit.
Amen.

Mari­on Bex­ten, Saarbrücken

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